BMW erreicht einen symbolischen, vor allem aber auch industriellen Meilenstein. Der deutsche Konzern gibt bekannt, dass sein zweimillionstes reines Elektrofahrzeug das Werk in Dingolfing (Deutschland) verlassen hat. Hinter dieser Zahl verbirgt sich weit mehr als nur ein PR-Gag: Sie sagt viel über den schrittweisen Wandel des Herstellers hin zur Elektromobilität aus, ohne dabei seine Multi-Energie-Strategie aufzugeben.

Ein symbolischer und vor allem industrieller Meilenstein
Wie die BMW Group in einer Pressemitteilung bekannt gibt, handelt es sich bei dem glücklichen Auserwählten um einen BMW i5 M60 xDrive in der Farbe Tansanit Blue, der im Werk Dingolfing montiert wurde und für einen spanischen Kunden bestimmt ist. Die Zahl spricht für sich und hat symbolischen Charakter: Mit 2 Millionen produzierten Elektrofahrzeugen bestätigt BMW, dass das Unternehmen ein Akteur – mit großem A – der Energiewende im Verkehrssektor ist.
Auch wenn der Konzern noch weit hinter den Absatzzahlen der weltweiten Marktführer wie BYD, Tesla und der Volkswagen Gruppe zurückbleibt, nimmt das Tempo deutlich zu. Dieser Meilenstein verdeutlicht einen kontinuierlichen Aufschwung, der durch die Erweiterung der Modellpalette und die schrittweise Umstellung der Werke des deutschen Konzerns vorangetrieben wird.

Eine alte Strategie, die sich jedoch lange Zeit als fortschrittlich erwiesen hat
Im Gegensatz zu anderen Herstellern hat BMW nicht auf den jüngsten Trend gewartet, um einzusteigen. Tatsächlich produziert der Konzern bereits seit 2013 mit dem in Leipzig montierten BMW i3 rein elektrische Serienfahrzeuge.
Dieses wegweisende Modell legte den Grundstein für die „i“-Reihe, doch der Durchbruch erfolgte erst nach und nach im Laufe mehrerer Jahre, da das Markenzeichen des Herstellers vor allem seine leistungsstarken Verbrennungsmotoren sind.
Vor allem seit Beginn der 2020er Jahre hat der Hersteller einen neuen Gang eingelegt, was sich in einer größeren Modellvielfalt und einer tiefgreifenden Umgestaltung seiner Produktionsanlagen zeigt.

Dingolfing, das industrielle Herzstück der Elektromobilität bei BMW
Die am 5. Mai 2026 veröffentlichte Pressemitteilung stellt Dingolfing in den Vordergrund, und das ist kein Zufall. Der Standort in Niederbayern ist heute das wichtigste industrielle Aushängeschild von BMW im Bereich der Elektromobilität. Seit 2021 werden dort Modelle wie der BMW iX, der BMW i7 und der BMW i5 produziert, die alle elektrisch angetrieben sind.
In vier Jahren wurden dort mehr als 320.000 Elektrofahrzeuge montiert, was fast einem Sechstel der Gesamtzahl entspricht. Zuletzt, im Jahr 2025, war bereits mehr als ein Viertel der Produktion des Standorts zu 100 % elektrisch.
Vor allem beschränkt sich Dingolfing nicht nur auf die Montage. Der Standort hat mehr als 1,5 Millionen Elektromotoren und über eine Million Hochspannungsbatterien produziert. Mit anderen Worten: Er ist ein äußerst wichtiger Knotenpunkt in der elektrischen Wertschöpfungskette des Konzerns.

Ein bereits weitgehend elektrifiziertes industrielles Netz
Das Werk in Dingolfing steht zwar im Rampenlicht, ist aber letztlich nur ein wichtiger Teil eines größeren Ganzen. BMW produziert mittlerweile in allen seinen großen deutschen Werken Elektrofahrzeuge, darunter in München, Regensburg und Leipzig.
Auf internationaler Ebene stützt sich die Produktion je nach Modell und Bauteilen auch auf Standorte wie Shenyang in China oder Spartanburg in den Vereinigten Staaten.
Diese Organisationsstruktur ermöglicht es dem Konzern, weiter zu wachsen, ohne von einem einzigen Standort abhängig zu sein, und gleichzeitig die nächste Generation der Fahrzeuge der „Neuen Klasse“ vorzubereiten.
Die bewusste Entscheidung für eine Multi-Energie-Strategie
Das ist die andere Kernaussage der Pressemitteilung. BMW entscheidet sich nicht für einen abrupten Umstieg auf reine Elektrofahrzeuge. Der Hersteller produziert weiterhin auf derselben Montagelinie Modelle mit Verbrennungsmotor, Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

Dieses Prinzip der „gemischten Fertigung“ ermöglicht es, die Produktion marktbezogen an die Nachfrage anzupassen. Ein flexiblerer Ansatz als der einiger Wettbewerber, die ihre Fertigungslinien vollständig voneinander trennen und damit das Risiko eingehen, im Verhältnis zu einer Nachfrage, die je nach verschiedenen Faktoren schwanken kann, zu viel zu produzieren. Mit anderen Worten: BMW sichert seinen Wandel ab, indem es sich alle Optionen offen hält.
Eine Elektrifizierung, die sich weiter beschleunigen wird
Die Strategie des deutschen Giganten ist bekannt: Bis 2030 strebt er einen Elektroanteil von rund 50 % am Absatz in Europa an. Einige Standorte werden schneller umstellen als der Rest des Konzerns; ein typisches Beispiel ist das Werk in München, das ab 2027 zu 100 % auf Elektroantrieb umgestellt werden soll.

Die Marke von 2 Millionen Fahrzeugen bestätigt einen grundlegenden Trend: Bei BMW ist die Elektromobilität kein eigenständiges Segment mehr, sondern ein zentraler Bestandteil des Unternehmens.












